Je suis arabe_ein Recht auf Poesie

Volkskunde Museum/ Salzburg Museum, Salzburg, 2015

Projektdaten

Ausstellung Volkskundemuseum/ Monatsschlössl, Salzburg
11.04.-01.11.2015

http://www.salzburgmuseum.at/1098.html

kuratiert von Eva Jandl-Jörg und Ernestine Hutter (Volkskundemuseum)
besonderen Dank an Kurt Mitterer (Heeresgeschichtliches Museum Schwarzenbergkaserne)

Video:
https://www.youtube.com/watch?v=_W39-FOokbU&feature=share

 

 

 

 

 

Team

Akram al Halabi (Performer), Tatia Skhirtladze (Videografie, Schnitt), Marie-Christin Rissinger (Video-Camera), Matthias Jahn (Video-Camera), Violetta Rajakovics (Fotos)

Die Performance "Je suis arabe_ ein Recht auf Poesie" interpretiert die Goldhaube in ihrer Ambivalenz zwischen traditionellem Kulturgut und dem danach benannten österreichischen Luftraumüberwachungssystem. Mit Spezialgoldhauben in Form von vergoldeten Satellitenschüsseln, die mit CB-Funk ausgestattet sind, wurde das Gedicht „La volonté de vivre" ("Der Wille zum Leben") des tunesischen Schriftstellers Abou el Kazem Chebbi, das auch eine wesentliche Rolle für den arabischen Frühling spielte, abwechselnd im arabischen Original und in deutscher Übersetzung in den öffentlichen Raum in Salzburg (Monatsschlössl/ Volkskundemuseum in Hellbrunn, sowie vor und in der Schwarzenbergkaserne - jenem Ort, wo die Goldhaube als Luftraumüberwachungssystem erstmals getestet wurde) übertragen.

Die Intervention greift vielfach politisch missbrauchte Emotionen wie „Heimatliebe“ und „Fremdenangst“ auf und stellt der Verteidigung der "Festung Europa" ein zentrales Werk arabischen Kulturguts, das im europäischen Raum weitgehend unbekannt ist (sodass es nur eine unvollständige Übersetzung auf französisch und schon gar keine vollständige Übersetzung auf deutsch gibt) gegenüber.
Das Video der Performance ist in der Ausstellung "Operation Goldhaube" im Volkskundemuseum/ Salzburg Museum bis 1.11.2015 zu sehen.

Performer: Akram al Halabi (arabisch), Barbara Holub (deutsch)

Die Performance fand anlässlich der Wiedereröffnung der Ausstellung „Operation Goldhaube" am 11.04.2015 statt. In der Ausstellung werden ausgewählte Beispiele aus der Volkskundlichen Sammlung und heimischen Goldhaubengruppen mit Arbeiten zeitgenössischer KünstlerInnen kombiniert: Miriam Bajtala, transparadiso (Barbara Holub/Paul Rajakovics), Ulrike Stubenböck, Erich Gruber, Hauenschild/Ritter und Wilhelm Scheruebl.

Das Video zeigt die Performance und somit erstmals auch das Gedicht „La volonté de vivre" auf deutsch in voller Länge. Die Performance fand anlässlich der Wiedereröffnung der Ausstellung „Operation Goldhaube" am 11.04.2015 als „Kunstwerks des Monats“ statt. Aufgrund des aktuellen, andauernden Flüchtlingsstroms wurde die Schwarzenbergkaserne in Salzburg im September 2015 als Unterkunft für Flüchtlinge geöffnet. „Je suis arabe – ein Recht auf Poesie“ erfährt somit vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen, deren langfristige Auswirkungen auf unsere Gemeinschaft noch nicht absehbar sind, eine neue Aktualität, die die Performance bereits antizipierte. Neue Formen eines Zusammenlebens in einer emanzipierten Situation zwischen „Beheimateten“ und „Heimatlosen“ (siehe Vilém Flusser, „Die Freiheit des Migranten“) zu finden bedeutet auch, das jeweilige Kulturgut gegenseitig kennenzulernen und somit die (bei uns) „Heimatlosen“ als KulturproduzentInnen jenseits einseitiger Rollenzuschreibungen wahrzunehmen.