Ganz nah so fern

Installation an der BUWOG Fassade, Hietzinger Kai, 2008-

Projektdaten

Wettbewerb 2006, Preisträger

Auftraggeber: BUWOG, Hietzinger Kai, Wien

in Kooperation mit Galerie Grita Insam

Realisierung: 2008-

Team

Iris Ranzinger

Mit einer neuen künstlerischen Intervention auf der Fassade der Zentrale am Hietzinger Kai setzt die Wohnbaugesellschaft BUWOG ihre Zusammenarbeit mit österreichischen Künstlern fort. Die Künstlergruppe transparadiso, bestehend aus Barbara Holub und Paul Rajakovics, thematisiert mit der Installation „Ganz nah so fern“ die Allgegenwart virtueller Parallelwelten und deren dominante Rolle im realen Leben. Symbolisiert wird dies durch eine raumgreifende, überdimensionale Satellitenschüssel, die ihrerseits wieder aus zahlreichen kleinen Satellitenschüsseln zusammengesetzt ist. Die Satellitenschüssel scheint zu flirren, als würde sie versuchen, ihre vielen kleinen Blicke den vorüber fahrenden Autos zuzuwenden.

„Stimmen und Bilder aus Satellitenschüsseln sprechen heute oft mehr zu uns, als wir selbst miteinander. Sie bringen Parallelwelten in unsere Wohnzimmer, begleitet von dem Versprechen, damit an der Welt teilzuhaben. Jede für sich. Ganz individuell und frei von Fixkosten. Die Satellitenschüssel ist ein Signifikat des Wohnbaus. Sie markiert allgegenwärtig den urbanen und ruralen Raum“, erklärt Barbara Holub von transparadiso. „Ganz nah so fern“ kann auch als Bild einer möglichen Kollektivität gegenüber der Vereinzelung größerer Wohnanlagen gelesen werden, entspricht die Anzahl der Satellitenschüsseln doch ca. jener der Bewohner der Wohnanlage Hietzinger Kai 131, für deren Fassade das Kunstprojekt entwickelt wurde . „Die Fassade tritt somit in direkte Kommunikation mit den Passanten und wirbt um ein Gegenüber, um einen Dialog, der nicht mehr genau zu orten ist.“