Ruf gegen die Grenze

Festival der Regionen 2019
/ Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich

Projektdaten

Der Dialog basiert auf Beiträgen von:
Anna Maria Brandstätter, Franz Edlinger, Peter Gstöttmaier, Ewa Hanushevsky, Bohdan Hanushevsky, Sarah Kamleitner, Reinhard Leonhartsberger, Eckhard Oberklammer, Pelin Ovat, Ted Pawloff, Heidi Pölzguter, Lothar Pühringer, Nikolaus Prinz, Andrea Taspinarli, Hubert Tazreiter, Markus Teufel, Volksschule St.Nikola (SchülerInnen der 3. und 4.Klasse), Roland Wegerer;
und Auszügen aus "Wenn nein, nein! August Strindberg und Frida Uhl. Briefwechsel 1893-1902" (Hrsg. Friedrich Buchmayr), Verlag der Provinz, 1993.

PerformerInnen:
Anna Maria Brandstätter, kohelet3 (Bohdan und Ewa Hanushevsky), Christine Scholl, Andrea Taspinarli und Blasmusikkapelle St.Nikola

Team

In Kooperation mit Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich

Dank an:
Katrina Petter (Public Art Lower Austria), Christine Bruckbauer, Anna Maria Brandstätter, Walter Edtbauer (Lebenshilfe Grein), Brigitte Greisinger (Grade School St.Nikola), Lothar Pühringer (Kulturstadtrat Grein), Nikolaus Prinz (Bgm. St.Nikola), Franz Kriener (Bgm. Neustadtl), Johannes Pressl (Bgm. Ardagger), Gundolf Rajakovics, Erwin Uhrmann

Barbara Holub und Paul Rajakovics (transparadiso) betrachten die Grenze zwischen Ober- und Niederösterreich als Testfeld zur „Überwindung“ von Grenzen. Grenzen sollen dabei nicht wegdiskutiert, sondern vielmehr in ihren vielfältigen Erscheinungsformen (auch im Denken und Handeln) thematisiert werden. Fragen nach symbolischen oder gesellschaftlichen Grenzen, Ausgrenzungen, Abgrenzungen, Eingrenzungen und das Potenzial des Überwindens von Grenzen standen auch im Mittelpunkt mehrerer Workshops mit Bewohner_innen, Musiker_innen, Schriftsteller_innen, Sänger_innen, Alltagsperformer_innen, Grenz-Interessierten. Hier wurden Texte und Beiträge als Grundlage für Dialoge gesammelt, die - ergänzt durch Ausschnitte aus dem Briefwechsel zwischen August Strindberg und Frida Uhl (1893-94) - in ein literarisches/poetisches/fiktionales/experimentelles Text-/Musikstück transformiert wurden.

Eine Grenze wie jene zwischen OÖ und NÖ erscheint auf den ersten Blick harmlos und unbedeutend. Die unterschiedlichen Gesetzeslagen produzieren jedoch immer wieder auch im Alltag der Bewohner_innen gewisse Absurditäten, die transparadiso zum Ausgangspunkt nimmt, sich näher mit physischen, tatsächlichen, vorgestellten oder entgrenzten Grenzen zu befassen.

Eine Grenze definiert Identitäten und Differenzen. Eine (geographische) Grenze wird vielfach zum Symbol von Differenz erklärt, um Ausgrenzungen erst zu argumentieren. Grenzen dienen mittlerweile nicht nur rechtsextremen, sondern auch rechtskonservativen Parteien dazu, Ängste zu schüren. Diese Ausgrenzungen sind seit einiger Zeit in großen Teilen unserer Gesellschaft wieder salonfähig geworden und lassen uns erschrecken ob ihrer „sozialen Kälte“.
Da die Grenze einiger Orte des Festivals der Regionen eine flüssige ist (sie verläuft mitten in der Donau), ist diese nicht-fassbare/nicht genau lokalisierbare Grenze eine spannende Ausgangsposition für die Betrachtung einer möglichen Auflösung von Grenzen.

Dieser „Ruf gegen die Grenze“ wird über zwei spezielle großformatige Megaphon-Objekte zwischen den gegenüberliegenden Donauufern über die Landesgrenze hinweg aufgeführt.
Mit „Ruf gegen die Grenze“ schafft transparadiso eine öffentliche Performance, die die Stimmen der Bevölkerung und deren Anliegen sowie auch mögliche kontroversielle Haltungen erklingen lässt. Die Kultur des Dialogs – über ideologische und persönliche Grenzen und Interessen hinweg – zu pflegen, die auch eine neue Aufmerksamkeit auf das Zuhören legt, ist für transparadiso in Zeiten wachsender emotionaler und sozialer Kälte wesentlich, um neue Qualitäten des Zusammenlebens für die Gemeinschaft – jenseits von persönlichen Interessen – zu etablieren.

„Ruf gegen die Grenze“ knüpft formal an „Times of Dilemma“ an, das transparadiso für die Kulturhauptstadt Valletta 2018 im Rahmen von „The Island is What the Sea Surrounds“ (kuratiert von Maren Richter) aufgeführt hat.

Termine und Orte der Performances:

Sa, 29.06 | 17:00 - 18:00
Grein: Donaulände (OÖ) < > Anlegestelle Fähre/ Neustadtl (NÖ)

Fr, 05.07 | 18:30 - 19:30
St.Nikola: Kirche (OÖ) < > Badestrand Neustadtl (NÖ)

So, 07.07 | 16:30 - 17:30
Mauthausen: Schotterbank Poschacherstraße (OÖ) < > Radweg Enns-Pyburg (NÖ)