NORMAL - Direkter Urbanismus x 4

Kulturjahr GRAZ 2020

Projektdaten

NORMAL ist ein Projekt des Kulturjahrs GRAZ 2020: https://www.kulturjahr2020.at/

Team

Partner:
Michael Petrowitsch (Kooperationspartner transparadiso)

Eingeladene Teams:
public works (London, GB) orizzontale (Rom, I)
Georg Winter (Stuttgart/ Saarbrücken, D)

Partner Institutionen:
HdA Graz
Forum Stadtpark

Kooperationen mit:
den Bezirken Andritz, Waltendorf, Liebenau, Wetzelsdorf 
und Organisationen und Institutionen in den Bezirken

Finanziert von:
Kulturjahr GRAZ 2020

NORMAL – direkter Urbanismus x 4

Das Kulturjahr Graz 2020 ist eine außergewöhnliche Chance, um relevante Themen von Stadtentwicklung an den Rändern, in „peri-urbanen“ Räumen, zu behandeln, die – obwohl die Mehrheit der Bevölkerung in solchen Räumen lebt -  kaum im Planungsinteresse liegen. Diese Gegenden werden seit vielen Jahren durch eine ungehemmte Bautätigkeit überformt, ohne eine Verbindung zu Stadtentwicklungskonzepten erkennen zu lassen. Dadurch fehlen benennbare Identitäten – außer jener des Unspektakulären, wenn nicht gar der „Langeweile“, weil diese Gebiete zunehmend austauschbar mit jenen in anderen Städten wirken.
Dieser Mehrheit des Unspektakulären werden wir uns im Rahmen von Graz 2020 widmen. Graz hat – auch international – einen herausragenden Ruf für Architektur, wobei die Stadt gleichzeitig von einer hohen Fragmentierung charakterisiert ist. Als prozentuell meistwachsende Stadt in Österreich ist es also umso wichtiger, sich mit diesen weniger beachteten Bezirken an den Rändern der Stadt zu befassen.

Wie kann in diesen peri-urbanen Gebieten, die trotz ähnlicher Phänomene alle sehr unterschiedlich sind, eine neue „Zentralität“ (Lefebvre) und Identität, die von Gemeinschaft geprägt ist, mit innovativen künstlerisch-urbanistischen Methoden entwickelt werden? Dies ist umso dringlicher, da die etablierten Stadtteilzentren mit ihren sozialen Strukturen in Graz nun gefährdet sind. Diese „peri-urbanen“ Gebiete sind von Flächenfraß durch Supermärkte und Shoppingcenters mit Parkplätzen oder von „Nachverdichtung“ gekennzeichnet, die eine Nutzung oder Produktion von Qualitäten des öffentlichen Raums vermissen lassen, und stattdessen noch vorhandene soziale Strukturen auslöschen.

Methode: Direkter Urbanismus und verwandte „andere Urbanismen“
Direkter Urbanismus ist eine Methode, die transparadiso erarbeitet hat und kontinuierlich weiterverfeinert, um auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen von Stadtplanung zu reagieren. Dabei werden - entsprechend des jeweiligen Kontexts - künstlerisch-ubanistische Strategien für eine sozial engagierte Stadtplanung entwickelt, die in einen längerfristigen Stadtplanungsprozess eingebunden werden sollen. Direkter Urbanismus führt Planung und Handlung zusammen. Obwohl sich seit Mitte/ Ende der 1990er Jahre viele für das Gemeinwohl engagierte Urbanismen (performative urbanism, instant urbanism, etc.) herausgebildet haben, haben diese bis dato kaum Eingang in Stadtplanung gefunden. NORMAL möchte mit den 4 Interventionen mit internationalen Teams deshalb auch mehr Sichtbarkeit für innovative urbanistische Methoden erzeugen.

Vier urbane Interventionen in 4 Bezirken:

Andritz (Nord): public works (London, GB)
Waltendorf (Ost): transparadiso (Wien/ Graz, A)
Liebenau (Süd): orizzontale (Rom, I)
Wetzelsdorf (West): Georg Winter (Stuttgart/ Saarbrücken, D)

Die urban practitioners (KünstlerInnen/ ArchitektInnen-Teams) erarbeiten mit ihren spezifischen Methoden ein Projekt vor Ort in den Bezirken – in Kooperation mit Organisationen vor Ort. Als Ausgangspunkt stellt transparadiso eine Recherche zur Verfügung, die mögliche Aspekte und spezifische Themen vorbereitet. Die realisierten Projekte sollen als wesentliche Impulse für längerfristige Konzepte für die Bezirke diskutiert und in ein übergeordnetes urbanistisches Konzept eingebunden werden.

Termine:

30.04.-29.05., 2020, HdA: Ausstellung, Vorstellung der Teams, Recherche und Themen
Juni-September 2020: Realisierung der Projekte in den 4 Bezirken

Ende Sept./Anfang Okt, 2020: Stadtrandwanderung, die in zwei Etappen die 4 Bezirke an der Peripherie miteinander verknüpft.
25.10.-02.11., 2020: Forum Stadtpark: Ausstellung, Präsentation der realisierten Projekte