Max-Reinhardt-Platz Salzburg

Platzgestaltung

geladener Wettbewerb, 2003

Projektdaten

Team

Partner: Konrad Schermann/ Werner Stolfa und Bernd Vlay

Mitarbeiter: Paul Vabitsch

Abendkleid trifft Dirndl trifft Flip-Flop

Die Altstadt Salzburgs ist geprägt von historisch wertvollen Platzfolgen, die eine wesentliche touristische Attraktion darstellen. Das Projekt möchte dem Max-Reinhardt-Platz darüber hinausgehend eine zusätzliche zeitgenössische Qualität über seine programmatische Erweiterung ermöglichen, welche die alltäglichen Bewegungsströme derart artikuliert, dass sie zwischen Alltagsgebrauch und gesteigerter Wahrnehmung oszillieren: Eine lebendige Ambivalenz entgegen Tendenzen der Musealisierung - der Platz ist Auftritt des Alltags.

Der Genuss des Platzes soll zwischen Abendkleid, Dirndl und Flip Flop alles erlauben, was das bestehende städtische Leben bereichert - und auch zu Widersprüchen ermuntern, und so eine kulturelle Haltung artikulieren, die auf einem bedeutsamen Erbe basiert, aber ebenso in die Zukunft orientiert ist. Welcher Ort in Salzburg wäre denn besser geeignet als der Max-Reinhardt-Platz, eine solche Vielfältigkeit von kulturellem Ausdruck zwischen Hochkultur und Alltagskultur in temporären sowie permanenten sich überlagernden Begegnungen und Aktivitäten zum Ausdruck zu bringen?

Das zentrale Element des Max-Reinhardt-Platzes, nämlich die Bewegung und nicht das Verweilen, wurde für das Projekt aufgegriffen und als großzügiger Handlungsraum für die verschiedensten "Akteure" inszeniert. "Abendkleid trifft Dirndl trifft Flip Flop" basiert also (unabhängig konventioneller Trennungen zwischen Akteuren und Zuschauern) auf einem vielfältigen und sich immer wieder ändernden Rollenwechsel von sich zeigen und andere beobachten. Die durch das Spektakel forcierte Rollenbildung ist somit Ausgangspunkt für die Überschreitung der in diesen Rollen auferlegten Aktionsradien, die im gleichen Moment wieder abgegrenzt, überzeichnet oder gar aufgehoben sind. In diesem Sinne sind Laufsteg und Chillout nicht Gegenpole zu den Festspielaktivitäten, sondern verschlingen sich einander, lustvoll wartend auf ein nächstes Mal.

Die Elemente: Schlapfen (abgesenkte Eingangsebene), Polster (Chillout, Bar, Veranstaltungen), Laufsteg/ Aulastiege, Titelblatt (Videoscreen an der Fassade der Uni-Bibliothek)