Contre la mauvaise conscience

Europandom Wettbewerb
Frz.Guyana,1999

Projektdaten

Team

Partner: Dieter Spath

europandom wurde als europäischer wettbewerb für die "dom", die frz. übersee-departements, die teil der europäischen union sind, ausgeschrieben. wir nahmen dies zum anlass, im rahmen eines urbanismus-projektes sich mit dem postkolonialen diskurs und potentiellen aneignungsstrategien durch die bewohner zu befassen.

ausgangspunkt des programms einer wohnbebauung mit entsprechender infrastruktur war für uns die hinterfragung der rolle des architekten als experten. wie können wir in einem kontext agieren, den wir nicht kennen, und der aufgrund der ca. 20 verschiedene ethnien umfassenden bevölkerung auch schwer zu fassen ist?

wir entwickelten eine urbanistische und architektonische grundstruktur, die dann von den bewohnern, die oft illegal in das land kommen, angeeignet und für ihre speziellen zwecke adaptiert werden konnte. das wohnen sollte auf einem system von aufgeständerten, plattformartigen feldern stattfinden, die sich an einem strip, der "piste frantz" (nach frantz fanon) anlagerten. auf diese weise könnte den klimatischen und infrastrukturellen extrembedingungen wie wolkenbruchartigen regenfällen und mangelnder kanalisation begegnet werden. auf ebener erde wurde raum für kleingewerbe, werkstätten, markt, handel etc. als angebot gegen die hohe arbeitslosigkeit und die daraus resultierende starke abhängigkeit vom französischen sozialsystem, sowie flächen für sport- und freizeitaktivitäten vorgesehen.

der fokus des projektes war das "centre contre le raté", das „zentrum gegen das scheitern“, das anlaufstelle, koordinations- und vermittlungsort für neuankömmlinge und"alt" eingesessene bewohner sowie forschungszentrum für die entwicklung und erprobung neuer baumaterialien und denkweisen gleichermaßen sein sollte.