Entry Paradise

Ausstellungsgestaltung,
Kokerei Essen, 2005

Projektdaten

Team

In Kooperation mit Lo Breier
und Veronika Neubauer

Nachdem die Kokerei Essen nach ihrer Stillegung von Marius Babias und Florian Waldvogel mit temporären Ausstellungen und Kunstprojekten, die den Strukturwandel der Region und die Veränderung von Arbeit kritisch thematisierten, wurde nach langen und kontroversiellen Debatten die Umwandlung der Kokerei in ein Design Center und „exklusiven Ort der Creative Industries“ beschlossen, dessen Umbau und Adaptierung Rem Koolhaas ausführte.

transparadiso entwickelte für "Entry Paradise", die grosse Eröffnungsausstellung der Kokerei Zollverein als internationales Designzentrum, ein Ausstellungskonzept, das die eigenwillige Architektur dieses Industriedenkmals der jüngsten Geschichte mit einem Band überlagert, das die verschiedenen Niveaus der Kokerei sowie die Einzelausstellungen miteinander verbindet.

"Entry Paradise" besteht aus drei Einzelausstellungen zum Thema Design: des Cooper Hewett Museum/ New York, des Vitra Museums, »Talking Cities« (kuratiert von Francesca Ferguson/ Urban Drift), sowie einer übergeordneten Ausstellung zur Geschichte des Designs. Ein sich immer wieder in anderen Materialien fortsetzendes Band von Diskonuitäten sollte die Besucher durch die Ausstellung führen. Dabei wechselt dieses Band Form, Material, Transparenz und Neigung und kann sowohl zweidimensionale Exponate als auch dreidimensionale Objekte aufnehmen –von Projektionsfläche, »Guckkasten«, Durchlichtfolie, Bildträger bis zu "Lignanovorhang", der als Filter zu den anderen thematischen Ausstellungen fungiert. Das Band leitet die Besucherinnen von der obersten Ebene hinunter zu den einzelnen Teilausstellungen und ist selbst Träger der alles verbindenden eigenen Ausstellung zur Geschichte des Designs. Die verlorene Arbeitswelt wird somit über die Verknüpfung von Design auf ihre aktuellen Aufgaben befragt. Das Konzept wurde in einer rudimentären Form dann unabhängig von transparadiso realisiert.

Gleichzeitig wurde transparadiso eingeladen, einen Beitrag für „Talking Cities“ zu konzipieren. transparadiso entwickelte „Plan b“, eine Transferschaltung zwischen dem Strukturwandel der Bergbauregion in Köflach in der Steiermark und der Kokerei Essen. Zentrales Element des Vorschlags war, den stillgelegten Tagbau in Köflach als Kohlepflückfeld (ähnlich der Erdbeerpflückfelder) zu aktivieren und somit die Abhängigkeit von ausländischen Energieressourcen in der Steiermark zu thematisieren, und der Bevölkerung einen – zumindest temporären - Zugang zu Heizmaterial zu ermöglichen.