Du Bakchich pour Lampedusa

Sousse/ Tunesien, 2014

Projektdaten

Im Rahmen von „Bye. Bye Bakchich Système“ (kuratiert von Faten Rouissi/ 24 h pour l’art contemporain): künstlerische Projekte im öffentlichen Raum in Sousse/ Tunesien zum Thema Korruption (als Teil eines Programms der PNUD/ UN for Development).

"Du bakchich pour Lampedusa" wurde unterstützt vom Bundeskanzleramt / Kunst und Kultur, Österreich.

Für mehr Info siehe:
https://www.facebook.com/events/782738081754885/?ref=22

Video:
https://www.youtube.com/watch?v=k1Yuq-Ctzpc

Screening: "This Human World", Film Festival, Wien, 2016

Team

Jan Watzak-Helmer, Matthias Jahn (transparadiso)

mit Unterstützung von:
Christine Bruckbauer (Tunis); M.Faycal (Sousse), der Stadtverwaltung Sousse

„Du Bakchich pour Lampedusa“ erweitert die Problematik von Korruption in Tunesien in den mitteleuropäischen Kontext und thematisiert dabei die Zusammenhänge von Korruption, die dem Staat Einnahmen für das Sozialwesen entziehen, und damit die soziale Ungerechtigkeit weiter fortschreiben. Korruption ist nicht nur in Tunesien sondern auch in Österreich und der EU ein unterdrücktes Thema. Der erste EU-Anti-Korruptionsreport erschien im März 2014 und stellte fest, dass der EU jährlich 120 Billionen Euro aufgrund von Korruption verloren gehen. Die restriktive Immigrationspolitik Europas trägt wesentlich zur Problematik der Flüchtlinge, die ihr Leben riskieren, um nach Europa zu gelangen um dadurch vermeintlich eine Zukunftschance zu haben, bei.

Ein Müllcontainer wurde in eine überdimensionale Sparbüchse als Skulptur umfunktioniert und vor der großen Moschee inmitten der Medina in Sousse aufgestellt. Rundherum wurde ein Umgang aus Paravents aufgebaut, der die Intimität jener, die das Innere betreten, wahrt – ähnlich wie Situationen bei Wahlen.

Die BewohnerInnen von Sousse wurden aufgerufen, 10% ihre Einnahmen aus Bestechungsgeldern der letzten drei Jahre zu spenden und in die große Sparbüchse zu werfen. Die gesammelten Gelder wurden in einer offiziellen Schlußzeremonie der Hilfsorganisation „African Intelligence“ (geleitet von Père Jonathan, Sfax) für die Flüchtlinge aus Lampedusa übergeben.