2026, Wels

Wohnbau Wels - Salzburger Strasse / 3.Preis

Ein durchmischtes Quartier, das Wohnen, Arbeiten, Gemeinschaft und nachhaltige Mobilität miteinander verbindet.

Sozial bauen

Geladener Wettbewerb Wohnbau Wels - Salzburgerstrasse, 3.Preis

Auftraggeber: GIWOG
Team transparadiso: Lukas Anzeletti, Matthias Schatajew, Florencia Camara, Lennon Hartmann
Freiraumplanung: Land in Sicht / Thomas Proksch

TRIPLE PLUS – Wohnen mit Mehrwert

Aufgabenstellung des Wettbewerbs der GIWOG ist die Neugestaltung des Grundstücks an der Salzburgerstraße in Wels bzw. neben dem „Alten Schlachthof“. Auf dem Areal soll ein Mix aus geförderten Miet-, förderbaren Eigentumswohnungen sowie gewerblichen Nutzungen umgesetzt werden.
Das Projekt verfolgt einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz, der soziale, ökologische und insbesondere auch ökonomische Aspekte gleichermaßen berücksichtigt. Ziel ist es, langfristig wertbeständigen, ressourcenschonenden und sozial verträglichen Wohnraum zu schaffen.

Städtebauliche Aspekte
Der städtebauliche Ansatz geht von drei unterschiedlich hohen, aber grundrisstechnisch gleichen Kerntypen aus, die über einen Sockel verbunden sind. So entsteht einerseits ein urbaner Platzbereich als Vermittler zum öffentlichen Raum der Salzburger Straße, andererseits ein großzügiger, geschützter parkartiger Freiraum Richtung Bahn und Schlachthof.
Die Höhenstaffelung des Gebäudeensembles orientiert sich am jeweiligen Kontext der umliegenden Gebäude: So ist der in der Mitte befindliche Baukörper mit 8 Geschoßen am Höchsten ausformuliert, während der Östliche mit 5 Geschoßen auf die Maßstäblichkeit der nah gelegenen Villen Bezug nimmt und der Westliche zur Bahn mit 6 OG auf die Bebauung auf der gegenüberliegenden Bahnseite reagiert.

Erweiterung Schlachthof
Zum Schlachthof (Kulturzentrum) hin wird die ursprüngliche Aufgabenstellung der Konzeption von zwei Veranstaltungshallen wieder aufgenommen. Das Raumprogramm der beiden Veranstaltungsräume wird in einen trichterförmigen Bau zusammengefasst, der in Zukunft den südlichen Abschluss der Wohnbebauung darstellt. Dieser Vorschlag versteht sich nicht zuletzt als Option für die Zukunft, um Lärmimmissionen aufgrund des Kultur- und Konzertbetriebes für das Wohngebiet zu minimieren.

Architektur
Der architektonisch differenzierte Sockel verbindet das städtebauliche Konzept mit der Fassadengestaltung. Unterschiedliche Putzstrukturen und farbliche Akzente gliedern den Baukörper, während Loggien in den unteren Wohngeschoßen mehr Privatsphäre bieten. Der dunklere Sockel und die hellere Fassade ab dem 2. Obergeschoß stärken die horizontale Gliederung und tragen durch ein verbessertes Albedo zur Reduktion sommerlicher Überhitzung bei. Die Fassadengestaltung folgt konsequent der inneren Gebäudestruktur und macht zusätzliche Lichtführungen sichtbar, wodurch Stiegenhäuser und Gänge natürlich belichtet und als kommunikative Aufenthaltsbereiche aufgewertet werden.

Funktion
Insgesamt verfolgt das Projekt das Ziel eines durchmischten Quartiers, das Wohnen, Arbeiten, Gemeinschaft und nachhaltige Mobilität miteinander verbindet.
Die Wohnungsorganisation orientiert sich präzise an den Vorgaben der oberösterreichischen Wohnbauförderung. Private Freiräume werden in den oberen Geschoßen über Balkonloggien, in den unteren über Loggien geschaffen. Insgesamt sind 167 Wohneinheiten - verteilt auf die drei Bauteile A, B und C - vorgesehen. Ergänzend entstehen in den Sockelzonen rund 800 m² Geschäftsflächen für quartiersbezogene Nutzungen wie Gastronomie, Nahversorgung, kreative Angebote oder Dienstleistungen. Weitere Büro- und Co-Working-Flächen sind in den Verbindungsteilen der Baukörper geplant.

Freiraum
Die Freiraumgestaltung schafft unterschiedlich öffentliche und urbane Aufenthaltsbereiche – vom kommunikativen Platz als Grätzeltreff über einen boulevardartigen Spielbereich bis hin zu parkartigen Grünräumen und naturnahen Rückzugsorten entlang der Bahntrasse. Dieses differenzierte Freiraumgerüst bildet einen zentralen Beitrag zur Wohnqualität und Identität des Quartiers. Hainartig angeordnete Solitärbäume verbinden die Räume, spenden Schatten und verbessern das Mikroklima. Extensive Gründächer tragen zur Klimaverbesserung bei und schaffen wertvolle Lebensräume für Insekten, insbesondere Schmetterlinge.